Meta zahlt 16.68 Mrd. Dollar und akzeptiert Auflagen

29 Bundesstaaten der USA hatten gegen den Konzern Meta geklagt. Facebook und Instagram seien in Design und Funktionalität gezielt so gestaltet, dass sie junge Nutzer und Nutzerinnen in die Abhängigkeit führe sowie Angstzustände und Depressionen fördere, die zu mehreren Suiziden geführt hätten. Das Ziel der klagenden Bundesstaaten: Deutliche Geldstrafen und Auflagen zur Änderung des Geschäftsmodells von Meta.

Die Anklage der 29 US-Bundesstatten waren massiv: „Meta hat mächtige und beispiellose Technologien eingesetzt, um Jugendliche und Teenager zu ködern, zu binden und schließlich in seine Fänge zu locken“, so die Klageschrift. Das Motiv sei Profit. „In dem Bestreben, seine finanziellen Gewinne zu maximieren, hat Meta die Öffentlichkeit wiederholt über die erheblichen Gefahren seiner Social-Media-Plattformen getäuscht“, so die Generalstaatsanwältin.

Hook. Hold. Harvest. Hide.

Das Geschäftsmodell von Meta lasse sich in vier einfachen Wörtern zusammenfassen, erklärte Megan O’Neill, Kaliforniens stellvertretende Generalstaatsanwältin, in ihrem Eröffnungsplädoyer. „Die Nutzer ‚anlocken‘, sie so lange wie möglich ‚halten‘, ihre Daten ‚abschöpfen‘ und dann bei öffentlichen Äußerungen die Wahrheit vor der Öffentlichkeit ‚verbergen‘. (zit. n. Burghardt, SZ)

Das habe bei Kindern besonders gut funktioniert und Meta habe versucht, selbst Kinder unter 13 Jahren an die Plattform zu binden. Laut Anklage förderten Design und Algorithmen die Sucht, ebenso Funktionen wie das unendliche Scrollen, der Like-Button und Fotofilter.

„Nach Erkenntnissen der klagenden Bundesstaaten habe Meta gewusst, dass die Portale für Kinder gefährlich seien. Die Öffentlichkeit sei getäuscht worden, was die Risiken betreffe. Meta habe gegen das US-Bundesgesetz zum Schutz der Privatsphäre von Kindern im Internet verstoßen.“ (ebda.)

„Der Generalstaatsanwalt des Bundesstaates Virginia, Jay Jones, bezeichnete die Einigung als „monumentalen Sieg für den Schutz der amerikanischen Kinder“: „Jahrelang hat Meta die Öffentlichkeit absichtlich über die süchtig machenden und schädlichen Designmerkmale getäuscht, die die psychische Gesundheit junger Menschen massiv beeinträchtigt haben“, hieß es in einer Pressemitteilung.“ (FAZ)

Nach anfänglichem Leugnen stimmte der Konzern nun überraschend schnell einem Milliardenvergleich zu, der neben der Zahlung von mehr als 16,6 Milliarden Dollar weitere Schutzmechanismen vorsieht:

  • Meta verpflichtet sich, tägliche Nutzungsbeschränkungen und nächtliche Sperren für jugendliche Nutzer der Plattformen einzuführen.
  • Meta verbessert seine Zugangsmechanismen zur Überprüfung des Alters, damit keine Kinder unter 13 Jahren auf die Dienste zugreifen können und Teenager über 13 keinen Zuganz zu altersbeschränkten Inhalten haben.
  • Meta verpflichtet sich darüber hinaus, zusätzliche Instrumente einzuführen, um Eltern und Erziehungsberechtigten beim Schutz ihrer Kinder im Internet zu unterstützen.

Mit dem Vergleich und den zugesagten Änderungen im Design vermeidet ⁠das Unternehmen Meta die Fortsetzung des Prozesses und weitere negative Publicity. Ob und in welcher Form die Auflagen von Meta umgesetzt werden, wird sich zeigen.

Die Ziele der 29 klagenden Bundesstaaten – deutliche Geldstrafen und Auflagen zur Änderung des Geschäftsmodells von Meta – wurden erreicht. Es war zudem nicht das einzige Urteil gegen Meta im August 2026:

Weitere Millionenstrafe gegen Meta wg. Kindesgefährdung

Siehe dazu u.a.:

FAZ (26.8.2026)
Einigung auf Vergleich : Meta zahlt 17 Milliarden Dollar in Social-Media-Prozess
Zahlreiche amerikanische Bundesstaaten werfen dem Facebook-Mutterkonzern vor, zu wenig für den Schutz von Kindern zu tun. Nun haben sich beide Seiten in einem Rechtsstreit geeinigt.

Tageschau (26.8.2026)
Prozess gegen Tech-Konzern Meta und US-Staaten einigen sich auf Vergleich

SZ: Prozess gegen Meta in den USA hat begonnen
Reuters (19.8.2026) Das Geschäftsmodell von Meta sei es, „die Nutzer anzufixen, sie so lange wie möglich festzuhalten, ihre Daten zu ernten und dann die Wahrheit vor der Öffentlichkeit zu verbergen“, sagte die stellvertretende Generalstaatsanwältin von Kalifornien, Megan O’Neill, vor der Jury.