OECD bestimmt Unterrichtsinhalte zu KI …

… und liefert auch gleich das Unterrichtsmaterial. Wer wissen will, wie ungeniert Wirtschaftsunternehmen Einfluss nehmen auf Bildungseinrichtungen weltweit, sollte einen Blick auf die Lobbyarbeit der OECD werfen. Diese Wirtschaftsorganisation bestimmt zunehmend, was unterrichtet wird, weil es in den von ihnen inszenierten PISA-Tests abgeprüft wird. Dazu gehört ab 2029 die sogenannte „Künstliche Intelligenz“ (KI), obwohl sich schon heute in immer mehr Studien zeigt, dass KI in Schulen mehr schadet als nutzt.

KI verändert das Leben, das Denken und das Lernen …

… wenn man sich von Tech-Monopolen und Software entmündigen lässt
Der Karlsruher Professor für Angewandte Ethik, Dr. phil. Ziad Mahayni, vertritt die These, dass man generative KI nicht als weiteres Werkzeug zur Erledigung von Aufgaben begreifen dürfe, sondern als eine Meta-Technologie, die das gesamte Agieren und das Selbstverständnis des Menschen verändert. Das hätte dann im Kontext von Bildung gravierende Auswirkungen auf die Frage, was überhaupt vermittelt, wie gelehrt bzw. gelernt wird. Oder man stellt die Frage, ob man so grundlegenden Entscheidung von einer aktuellen Technologie und Wirtschaftsinteressen abhängig macht – und was die Alternativen sind.

Petition: Fokus statt Ablenkung

Der Bayerische Landtag und das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus werden aufgefordert, den verpflichtenden Einsatz von Multimedia-Tablets (iPads) an bayerischen Schulen zu beenden, Eltern eine echte Wahlfreiheit zwischen analogen und digitalen Lehrmitteln zu garantieren und als digitalen Mittelweg ausschließlich ablenkungsfreie, augenschonende E-Book-Reader (E-Ink-Technologie) für digitale Schulbücher zuzulassen.

Leseförderung: gestrichen.

Wie kontraproduktiv die Bildungspolitik in Deutschland sein kann, zeigt sich in der Praxis des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Dringend notwendige und in der Praxis erfolgreiche Projektgelder zur Leseförderung werden gestrichen.

Verkehrte Welt

Widersinnige Handlungsempfehlungen der Expertenkommission.
Die Expertenkommission „Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt“ hat am 24. Juni 2026 ihre Handlungsempfehlungen (HE) publiziert. Tenor: Was müssen Eltern, Schulen und Behörden tun, um Kinder und Jugendliche an die „digitale Welt“ anzupassen anstatt die Anbieter in die Pflicht zu nehmen, um Kinder und Jugendliche nicht zu gefährden.

Der Deutsche Ethikrat und digitale Medien

Anmerkungen zur Ad-hoc-Stellungnahme „Schutz, Teilhabe und Befähigung von Kindern und Jugendlichen in der digitalen Welt“ des Ethik-Rats. Die Presse verkürzt auf „Ethikrat gegen Social-Media-Verbot“. Im Text steht Gegenteiliges: „Der Ethikrat plädiert für ein risikobasiertes und abgestuftes Schutzkonzept, dass neben sozialen Medien auch andere digitale Angebote einbezieht, deren jeweilige Risiken analysiert und jeweils angepasste Schutzmaßnahmen etabliert“. (dpa)

Kein Leserbrief: KI in der Grundschule – eine gute Idee?

Zu früh? Oder gar zu spät? So beginnt ein (Werbe)Beitrag in der Rubrik „unterrichtspraxis“ der GEW-Zeitschrift „bildung&wissenschaft“ (Heft 5/2026) zur Frage, ob KI schon in der Grundschule als Thema und Anwendung verankert werden müsse. Die Antwort (samt z.T. kostenpflichtiger Downloadangebote) lautet schlicht „Ja“ – und ist schlicht falsch.

Gleich zwei Päpste sind der Antichrist …

… wenn man Trumpisten und Tech-Faschisten glaubt. Die immense Bedeutung der sogenannten „Künstlichen Intelligenz“ (d.i. automatisierte Datenverarbeitung) für das Leben der Menschen kann man einschätzen, wenn man die warnenden Texte von gleich zwei Päpsten (Franziskus und Leo XIV.) und die konträre Position vom Investor Peter Thiel dazu liest, der generell jeden, der diese Technik reglementieren möchte, zum Antichristen erklärt.

Warum Bildschirme das Lernen beeinträchtigen. Ein zentraler Mechanismus

Anfang des Jahres 2026 erklärte der Neurowissenschaftler Jared Cooney Horvath in einer schriftlichen Stellungnahme vor dem US-Senatsausschuss für Handel, Wissenschaft und Verkehr, dass die Gen Z (Generation Z) trotz ihres beispiellosen Zugangs zu Technologie kognitiv weniger leistungsfähig sei als frühere Generationen. Diese Generation sie die die erste in der modernen Geschichte, die in standardisierten Tests schlechter abschneide als die vorherige.