Der Deutsche Ethikrat und digitale Medien

Anmerkungen zur Ad-hoc-Stellungnahme „Schutz, Teilhabe und Befähigung von Kindern und Jugendlichen in der digitalen Welt“ des Ethik-Rats. Die Presse verkürzt auf „Ethikrat gegen Social-Media-Verbot“. Im Text steht Gegenteiliges: „Der Ethikrat plädiert für ein risikobasiertes und abgestuftes Schutzkonzept, dass neben sozialen Medien auch andere digitale Angebote einbezieht, deren jeweilige Risiken analysiert und jeweils angepasste Schutzmaßnahmen etabliert“. (dpa)

Offener Brief an Bundesministerin Prien und die Expertenkommission

Das Bündnis für humane Bildung kritisiert in seiner Stellungnahme „Erstaunliche Diskrepanz zwischen Erkenntnis und Folgerung“ das Gutachten der Prien-Kommission „Kinder und Jugendschutz in der digitalen Welt“ als Kniefall vor der Absatzinteressen der IT-Branche. Frau Prof.’in G. Teuchert-Noodt kritisiert die Vorschläge der Kommission aus Sicht der Gehirnforschung.

Gleich zwei Päpste sind der Antichrist …

… wenn man Trumpisten und Tech-Faschisten glaubt. Die immense Bedeutung der sogenannten „Künstlichen Intelligenz“ (d.i. automatisierte Datenverarbeitung) für das Leben der Menschen kann man einschätzen, wenn man die warnenden Texte von gleich zwei Päpsten (Franziskus und Leo XIV.) und die konträre Position vom Investor Peter Thiel dazu liest, der generell jeden, der diese Technik reglementieren möchte, zum Antichristen erklärt.

Warum Bildschirme das Lernen beeinträchtigen. Ein zentraler Mechanismus

Anfang des Jahres 2026 erklärte der Neurowissenschaftler Jared Cooney Horvath in einer schriftlichen Stellungnahme vor dem US-Senatsausschuss für Handel, Wissenschaft und Verkehr, dass die Gen Z (Generation Z) trotz ihres beispiellosen Zugangs zu Technologie kognitiv weniger leistungsfähig sei als frühere Generationen. Diese Generation sie die die erste in der modernen Geschichte, die in standardisierten Tests schlechter abschneide als die vorherige.

Schule und Individualisierung

Buchempfehlung: Helmwart Hierdeis & Achim Würker (Hg.) (2026) Schule und Individualisierung. Zwischen Selbstentfaltung und Optimierungsdruck. Mit Beiträgen von Stine Albers, Günther Bittner, Helmwart Hierdeis, Ralf Lankau und Achim Würker.

Falsche Freunde?!

KI-Chatbots erhöhen riskanten Medienkonsum. Unter dem Titel „Falsche Freunde“ hat die DAK-Gesundheit in Zusammenarbeit mit dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) die DAK-Mediensuchtstudie des UKE als Längsschnittuntersuchung publiziert.

Der Schutz der sich entwickelnden Psyche im digitalen Zeitalter

Studie zum Schutz der sich entwickelnden Psyche von Kindern und Jugendlichen im digitalen Zeitalter und Plädoyer für die Anwendung des Vorsorgeprinzips. T.C. Thiagarajan; J. Newson; S. Shailender (2025)

Eine außergewöhnliche Allianz

„“Wir“, das sind elf Personen aus Landesinstituten und aus der Wissenschaft, die mit der Unterstützung der Bertelsmann Stiftung die nachfolgenden Empfehlungen entwickelt haben“, heißt es in den „Empfehlungen für eine veränderte Lern- und Prüfungskultur“ vom Juni 2025. Von Peter Hensinger (diagnose funk)

Warum Australiens Social-Media-Verbot richtig ist

Australien wagt einen Schritt, den Deutschland bislang scheut: Ein konsequentes Verbot sozial sich nur nennender Medien für Kinder und Jugendliche. Das Gesetz trat am 10. Dezember 2025 in Kraft und verbietet Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren die Nutzung bestimmter Social-Media-Plattformen wie Instagram, TikTok und Snapchat. Von Peter Hensinger