«Selektieren», «Aussortieren» – wenn Sprache Bildungspolitik macht

In der Schweizer Bildungsdebatte zeigt sich, wie schnell ein Urteil schon im Wort stecken kann. Wer Schülerinnen und Schüler «aussortiert» oder «selektiert», beschreibt nicht einfach einen bildungspolitischen Vorgang. Er gibt ihm bereits eine Bedeutung – und lenkt damit, bewusst oder unbewusst, den Blick des Lesers. Von Carl Bossard

Den Elefanten im Raum nennt niemand

Wir sind gut. Und wir werden schlechter. Das klingt wie ein Widerspruch. Ist es aber nicht. Die Schweiz liegt bei PISA weiterhin über dem OECD-Durchschnitt. Gleichzeitig sinken die Leistungen der 15-Jährigen in Lesen und Mathematik. Lehrbetriebe berichten von wachsenden Lücken bei Lernenden. Von Carl Bossard

PISA misst das Scheitern von Pisa

PISA ist beileibe kein einfaches Diagnoseinstrument. Mit PISA sollten und sollen soziale Bildungsreformen begründet werden, neue Bildungsziele, ein neues Sozialverhalten und eine neue Art von Unterricht. All das, so stellt PISA 2026 fest, ist gescheitert. PISA forcierte das Teaching to the Test und damit war PISA eben kein einfaches und hilfreiches Diagnoseinstrument, sondern sollte von Beginn an als Hebel dienen, um das Bildungssystem zentralistisch umzubauen. Von Volker Ladenthin

„Erst KI-Seepferdchen, dann Altersgrenze“

Bundesregierung folgt der IT-Branche – die Kritik wächst. Kommentar zur Vorstellung der Handlungsempfehlungen „Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt“. Von Peter Hensinger

Viele Wege führen ins Leben

Kinder sind verschieden. Sie lernen und entwickeln sich unterschiedlich. Bildungsgerechtigkeit sucht deshalb nicht gleiche Wege für alle – sie beginnt mit der Anerkennung dieser Verschiedenheit. Doch die Selektion nach der sechs Klassen Primarschule in der Schweiz soll zunehmend abgeschafft werden. Ist das tatsächlich gerechter? Von Carl Bossard

Jeannette Deckers „Schutzlos digital

Das Buch von Jeannette Deckers „Schutzlos digital: Für eine sichere Kindheit in Zeiten von Social Media, KI, Games und Digitalisierungsdruck | Warum ein Social-Media-Verbot nur der Anfang ist“ könnte in Deutschland die politische Stimmung drehen, so wie es vor drei Jahren Jonathan Haidt mit seinem Buch „Generation Angst“ weltweit gelang.

GHS Zülpich: Rektorin erläutert Smartphone-Regeln

An der Gemeinschaftshauptschule Zülpich gilt seit dem neuen Schuljahr eine Smartphone-Regelung, die beispielhaft ist. Die Rektorin Frau Türk erläutert das Konzept im Interview. Lehrer und Eltern handeln, weil sie nicht zusehen wollen, wie tagtäglich die Kinder den Risiken digitaler Medien ausgeliefert sind.

Meta: Noch mal den Kopf aus der Schlinge gezogen …

Warum der „Deal“ der US-Behörden mit Meta dem Unternehmen nutzt und konsequenten Jugendschutz verhindert. Zwar muss Meta bis zu 16,7 Mrd. US-Dollar bezahlen und Funktionen seiner Social Media-Tools Facebook und Instagram ändern. Doch ist das wenig im Vergleich zu schon jetzt angerichteten Schäden und vor allem ein Freibrief für weitere Geschäfte. Immerhin zeigt sich, dass der juristische Weg gegen Tech-Konzerne erfolgreich ist und Vorbild für Deutschland und Europa sein sollte, auch wenn mit neuen Tricks und „features“ der Tech-Monarchen zu rechnen ist.

Handyverbot an Frankreichs Gymnasien zum neuen Schuljahr

Der französische Präsident Emmanuel Macron hat ein entsprechendes Gesetz zum neuen Schuljahr in Kraft gesetzt. Das Handyverbots galt bereits für die Grund- und Mittelstufe und wird jetzt für die Gymnasien übernommen.

Meta zahlt 16.68 Mrd. Dollar und akzeptiert Auflagen

29 Bundesstaaten der USA hatten gegen den Konzern Meta geklagt. Facebook und Instagram seien in Design und Funktionalität gezielt so gestaltet, dass sie junge Nutzerinnen und Nutzer in die Abhängigkeit führe sowie Angstzustände und Depressionen fördere. Die Ziele der klagenden Bundesstaaten – Geldstrafen und Auflagen zur Änderung des Geschäftsmodells von Meta – wurden erreicht.