«Selektieren», «Aussortieren» – wenn Sprache Bildungspolitik macht

In der Schweizer Bildungsdebatte zeigt sich, wie schnell ein Urteil schon im Wort stecken kann. Wer Schülerinnen und Schüler «aussortiert» oder «selektiert», beschreibt nicht einfach einen bildungspolitischen Vorgang. Er gibt ihm bereits eine Bedeutung – und lenkt damit, bewusst oder unbewusst, den Blick des Lesers. Von Carl Bossard

Generative KI und frühkindliche Bildung: Erkenntnisse aus der Smartphone-Generation

Wenn schon Kinder ChatGPT oder andere KI-Bots der generativen KI nutzen, entmündigen und „entqualifizieren“ sie sich selbst (kognitives Offloading) statt sich die Grundlagen für selbstbestimmte Lernbiographien zu erarbeiten. Von Octavian‑Mihai Machidon, Fakultät für Informatik und Informationswissenschaften, Universität Ljubljana, Ljubljana, Slowenien

PISA misst das Scheitern von Pisa

PISA ist beileibe kein einfaches Diagnoseinstrument. Mit PISA sollten und sollen soziale Bildungsreformen begründet werden, neue Bildungsziele, ein neues Sozialverhalten und eine neue Art von Unterricht. All das, so stellt PISA 2026 fest, ist gescheitert. PISA forcierte das Teaching to the Test und damit war PISA eben kein einfaches und hilfreiches Diagnoseinstrument, sondern sollte von Beginn an als Hebel dienen, um das Bildungssystem zentralistisch umzubauen. Von Volker Ladenthin

Vom Verzicht auf Erkenntnis und dem Verschwinden von Wissen

In diesem Beitrag stellt Birgit Spies dem heliozentrischen Weltbild des Aristarchos von Samos (ca. 300 Jahre v. Chr.) das geozentrische Weltbild des Christentums gegenüber, um zu verdeutlichen, dass auch historisch und naturwissenschaftlich valides Wissen interessengeleitet negiert werden kann. Gott hat die Welt in sechs Tagen erschaffen und die Welt ist eine Scheibe. Oder nicht? Ein Plädoyer für kritisches Denken und Reflektieren (nicht nur) in Bildungseinrichtungen.

GHS Zülpich: Rektorin erläutert Smartphone-Regeln

An der Gemeinschaftshauptschule Zülpich gilt seit dem neuen Schuljahr eine Smartphone-Regelung, die beispielhaft ist. Die Rektorin Frau Türk erläutert das Konzept im Interview. Lehrer und Eltern handeln, weil sie nicht zusehen wollen, wie tagtäglich die Kinder den Risiken digitaler Medien ausgeliefert sind.

Meta: Noch mal den Kopf aus der Schlinge gezogen …

Warum der „Deal“ der US-Behörden mit Meta dem Unternehmen nutzt und konsequenten Jugendschutz verhindert. Zwar muss Meta bis zu 16,7 Mrd. US-Dollar bezahlen und Funktionen seiner Social Media-Tools Facebook und Instagram ändern. Doch ist das wenig im Vergleich zu schon jetzt angerichteten Schäden und vor allem ein Freibrief für weitere Geschäfte. Immerhin zeigt sich, dass der juristische Weg gegen Tech-Konzerne erfolgreich ist und Vorbild für Deutschland und Europa sein sollte, auch wenn mit neuen Tricks und „features“ der Tech-Monarchen zu rechnen ist.

Der Vergleich zwischen Meta und US-Bundesstaaten als Anfang

Die Klage von ursprünglich 29 US-Bundesstaaten gegen Meta, der sich weitere US-Bundesstaaten und Districte angeschlossen haben, endete (vorbehaltlich der gerichtlichen Bestätigung) mit einem Vergleich. Meta zahlt 16.7 Mrd. Dollar und verpflichtet sich, Funktionen und Designelemente zu ändern um Kinder und Jugendliche zu schützen. Das sollte auch für die EU gelten …

Handyverbot an Frankreichs Gymnasien zum neuen Schuljahr

Der französische Präsident Emmanuel Macron hat ein entsprechendes Gesetz zum neuen Schuljahr in Kraft gesetzt. Das Handyverbots galt bereits für die Grund- und Mittelstufe und wird jetzt für die Gymnasien übernommen.

Vier Videos zu Digitalisierung, Künstlicher Intelligenz, Schule und Lernen

Die Professoren Klaus Zierer, Joachim Bauer, Ralf Lankau und Zaid Mahayni analysieren in ihren Büchern und Vorträgen, in welche Sackgassen die Digitalisierung die Bildungspolitik führt und wie sie Kinder und Jugendliche schädigt. In diesen Videos formulieren sie ihre Kritik und zeigen Alternativen auf.

Ziad Mahayni (II): KI in der Schule verändert das Leben, das Denken und das Lernen …

… wenn man sich von Tech-Monopolen und Software entmündigen lässt. Der Karlsruher Professor für Angewandte Ethik, Dr. phil. Ziad Mahayni, hat eine scharfe Kritik „Wozu lernen, wenn KI schon alles weiß?“ an der Einführung von KI im Bildungswesen publiziert. Von Peter Hensinger