«Selektieren», «Aussortieren» – wenn Sprache Bildungspolitik macht

In der Schweizer Bildungsdebatte zeigt sich, wie schnell ein Urteil schon im Wort stecken kann. Wer Schülerinnen und Schüler «aussortiert» oder «selektiert», beschreibt nicht einfach einen bildungspolitischen Vorgang. Er gibt ihm bereits eine Bedeutung – und lenkt damit, bewusst oder unbewusst, den Blick des Lesers. Von Carl Bossard

Generative KI und frühkindliche Bildung: Erkenntnisse aus der Smartphone-Generation

Wenn schon Kinder ChatGPT oder andere KI-Bots der generativen KI nutzen, entmündigen und „entqualifizieren“ sie sich selbst (kognitives Offloading) statt sich die Grundlagen für selbstbestimmte Lernbiographien zu erarbeiten. Von Octavian‑Mihai Machidon, Fakultät für Informatik und Informationswissenschaften, Universität Ljubljana, Ljubljana, Slowenien

PISA misst das Scheitern von Pisa

PISA ist beileibe kein einfaches Diagnoseinstrument. Mit PISA sollten und sollen soziale Bildungsreformen begründet werden, neue Bildungsziele, ein neues Sozialverhalten und eine neue Art von Unterricht. All das, so stellt PISA 2026 fest, ist gescheitert. PISA forcierte das Teaching to the Test und damit war PISA eben kein einfaches und hilfreiches Diagnoseinstrument, sondern sollte von Beginn an als Hebel dienen, um das Bildungssystem zentralistisch umzubauen. Von Volker Ladenthin

GHS Zülpich: Rektorin erläutert Smartphone-Regeln

An der Gemeinschaftshauptschule Zülpich gilt seit dem neuen Schuljahr eine Smartphone-Regelung, die beispielhaft ist. Die Rektorin Frau Türk erläutert das Konzept im Interview. Lehrer und Eltern handeln, weil sie nicht zusehen wollen, wie tagtäglich die Kinder den Risiken digitaler Medien ausgeliefert sind.

Meta: Noch mal den Kopf aus der Schlinge gezogen …

Warum der „Deal“ der US-Behörden mit Meta dem Unternehmen nutzt und konsequenten Jugendschutz verhindert. Zwar muss Meta bis zu 16,7 Mrd. US-Dollar bezahlen und Funktionen seiner Social Media-Tools Facebook und Instagram ändern. Doch ist das wenig im Vergleich zu schon jetzt angerichteten Schäden und vor allem ein Freibrief für weitere Geschäfte. Immerhin zeigt sich, dass der juristische Weg gegen Tech-Konzerne erfolgreich ist und Vorbild für Deutschland und Europa sein sollte, auch wenn mit neuen Tricks und „features“ der Tech-Monarchen zu rechnen ist.

Der Vergleich zwischen Meta und US-Bundesstaaten als Anfang

Die Klage von ursprünglich 29 US-Bundesstaaten gegen Meta, der sich weitere US-Bundesstaaten und Districte angeschlossen haben, endete (vorbehaltlich der gerichtlichen Bestätigung) mit einem Vergleich. Meta zahlt 16.7 Mrd. Dollar und verpflichtet sich, Funktionen und Designelemente zu ändern um Kinder und Jugendliche zu schützen. Das sollte auch für die EU gelten …

Vier Videos zu Digitalisierung, Künstlicher Intelligenz, Schule und Lernen

Die Professoren Klaus Zierer, Joachim Bauer, Ralf Lankau und Zaid Mahayni analysieren in ihren Büchern und Vorträgen, in welche Sackgassen die Digitalisierung die Bildungspolitik führt und wie sie Kinder und Jugendliche schädigt. In diesen Videos formulieren sie ihre Kritik und zeigen Alternativen auf.

Ziad Mahayni (II): KI in der Schule verändert das Leben, das Denken und das Lernen …

… wenn man sich von Tech-Monopolen und Software entmündigen lässt. Der Karlsruher Professor für Angewandte Ethik, Dr. phil. Ziad Mahayni, hat eine scharfe Kritik „Wozu lernen, wenn KI schon alles weiß?“ an der Einführung von KI im Bildungswesen publiziert. Von Peter Hensinger

OECD bestimmt Unterrichtsinhalte zu KI …

… und liefert auch gleich das Unterrichtsmaterial. Wer wissen will, wie ungeniert Wirtschaftsunternehmen Einfluss nehmen auf Bildungseinrichtungen weltweit, sollte einen Blick auf die Lobbyarbeit der OECD werfen. Diese Wirtschaftsorganisation bestimmt zunehmend, was unterrichtet wird, weil es in den von ihnen inszenierten PISA-Tests abgeprüft wird. Dazu gehört ab 2029 die sogenannte „Künstliche Intelligenz“ (KI), obwohl sich schon heute in immer mehr Studien zeigt, dass KI in Schulen mehr schadet als nutzt.

Mehr Ressourcen?

«Mehr Ressourcen» ist zur Standardantwort geworden, wenn die Schweizer Schule an ihre Grenzen stösst. Die neue Studie zur integrativen Schule liefert dafür gewichtige Gründe. Doch Ressourcen sind Mittel, kein pädagogisches Konzept. Die entscheidenden Fragen werden nicht gestellt: Was bewirken die Reformen im Unterricht? Helfen sie dem Kind, besser zu lernen? Von Von Carl Bossard