Meta: Noch mal den Kopf aus der Schlinge gezogen …

Warum der „Deal“ der US-Behörden mit Meta dem Unternehmen nutzt und konsequenten Jugendschutz verhindert. Zwar muss Meta bis zu 16,7 Mrd. US-Dollar bezahlen und Funktionen seiner Social Media-Tools Facebook und Instagram ändern. Doch ist das wenig im Vergleich zu schon jetzt angerichteten Schäden und vor allem ein Freibrief für weitere Geschäfte. Immerhin zeigt sich, dass der juristische Weg gegen Tech-Konzerne erfolgreich ist und Vorbild für Deutschland und Europa sein sollte, auch wenn mit neuen Tricks und „features“ der Tech-Monarchen zu rechnen ist.

Handyverbot an Frankreichs Gymnasien zum neuen Schuljahr

Der französische Präsident Emmanuel Macron hat ein entsprechendes Gesetz zum neuen Schuljahr in Kraft gesetzt. Das Handyverbots galt bereits für die Grund- und Mittelstufe und wird jetzt für die Gymnasien übernommen.

OECD bestimmt Unterrichtsinhalte zu KI …

… und liefert auch gleich das Unterrichtsmaterial. Wer wissen will, wie ungeniert Wirtschaftsunternehmen Einfluss nehmen auf Bildungseinrichtungen weltweit, sollte einen Blick auf die Lobbyarbeit der OECD werfen. Diese Wirtschaftsorganisation bestimmt zunehmend, was unterrichtet wird, weil es in den von ihnen inszenierten PISA-Tests abgeprüft wird. Dazu gehört ab 2029 die sogenannte „Künstliche Intelligenz“ (KI), obwohl sich schon heute in immer mehr Studien zeigt, dass KI in Schulen mehr schadet als nutzt.

Weitere Millionenstrafe gegen Meta wg. Kindesgefährdung

Ein Gericht im US-Bundesstaat New Mexico hat den Facebook-Mutterkonzern Meta aufgrund mangelnden Kinderschutzes zur Zahlung von 567 Millionen Dollar verurteilt. Das Unternehmen wurde bereits im im März 2026 zu einer zivilrechtlichen Strafe von 375 Millionen Dollar verurteilt, weil Geschworene entschieden hatten, dass Meta wissentlich die psychische Gesundheit von Kindern geschädigt und Informationen über sexuelle Ausbeutung von Kindern auf seinen Plattformen verschwiegen habe.

KI verändert das Leben, das Denken und das Lernen …

… wenn man sich von Tech-Monopolen und Software entmündigen lässt
Der Karlsruher Professor für Angewandte Ethik, Dr. phil. Ziad Mahayni, vertritt die These, dass man generative KI nicht als weiteres Werkzeug zur Erledigung von Aufgaben begreifen dürfe, sondern als eine Meta-Technologie, die das gesamte Agieren und das Selbstverständnis des Menschen verändert. Das hätte dann im Kontext von Bildung gravierende Auswirkungen auf die Frage, was überhaupt vermittelt, wie gelehrt bzw. gelernt wird. Oder man stellt die Frage, ob man so grundlegenden Entscheidung von einer aktuellen Technologie und Wirtschaftsinteressen abhängig macht – und was die Alternativen sind.

Petition: Fokus statt Ablenkung

Der Bayerische Landtag und das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus werden aufgefordert, den verpflichtenden Einsatz von Multimedia-Tablets (iPads) an bayerischen Schulen zu beenden, Eltern eine echte Wahlfreiheit zwischen analogen und digitalen Lehrmitteln zu garantieren und als digitalen Mittelweg ausschließlich ablenkungsfreie, augenschonende E-Book-Reader (E-Ink-Technologie) für digitale Schulbücher zuzulassen.

Leseförderung: gestrichen.

Wie kontraproduktiv die Bildungspolitik in Deutschland sein kann, zeigt sich in der Praxis des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Dringend notwendige und in der Praxis erfolgreiche Projektgelder zur Leseförderung werden gestrichen.

„Ein schlechter Witz“

Die Pressekonferenz am 24.06.2026 zu den Handlungsempfehlungen mit Bundesbildungsministerin Karin Prien, der CDU-Digitalpolitikerin und Juristin Nadine Schön und Prof. Olaf Köller ist eine Mogelpackung, die auf den ersten Blick nicht zu durchschauen ist. Auf 114 Seiten mit viel Bekenntnissen zu Schutzabsichten werden Schlupflöcher eingebaut, die den Tech-Konzernen das Geschäftsfeld Schule absichern. Von Peter Hensinger

Der Deutsche Ethikrat und digitale Medien

Anmerkungen zur Ad-hoc-Stellungnahme „Schutz, Teilhabe und Befähigung von Kindern und Jugendlichen in der digitalen Welt“ des Ethik-Rats. Die Presse verkürzt auf „Ethikrat gegen Social-Media-Verbot“. Im Text steht Gegenteiliges: „Der Ethikrat plädiert für ein risikobasiertes und abgestuftes Schutzkonzept, dass neben sozialen Medien auch andere digitale Angebote einbezieht, deren jeweilige Risiken analysiert und jeweils angepasste Schutzmaßnahmen etabliert“. (dpa)

Kein Leserbrief: KI in der Grundschule – eine gute Idee?

Zu früh? Oder gar zu spät? So beginnt ein (Werbe)Beitrag in der Rubrik „unterrichtspraxis“ der GEW-Zeitschrift „bildung&wissenschaft“ (Heft 5/2026) zur Frage, ob KI schon in der Grundschule als Thema und Anwendung verankert werden müsse. Die Antwort (samt z.T. kostenpflichtiger Downloadangebote) lautet schlicht „Ja“ – und ist schlicht falsch.