Bonjour, Untergang Schweiz!

Der Entscheid des Zürcher Kantonsrats wirft Wellen. Nicht nur im Welschland. Auch bei den Involvierten. Die Schweiz steht am Abgrund. Und warum? Weil Zürcher Kinder künftig erst in der Oberstufe lernen, dass bonjour nicht das Maskottchen eines Freizeitparks ist. So jedenfalls klingt es, wenn Erziehungswissenschaftlerin Christine Le Pape Racine den Fremdsprachenentscheid des Zürcher Kantonsrats kommentiert. Ein Zwischenruf

Zum Sprachenstreit in der Schweiz

Hängt die nationale Kohäsion vom Frühfranzösisch ab? Der Kanton Zürich will das Frühfranzösisch auf die Sekundarstufe I verschieben. Dort war es schon bis in die 1990er-Jahre. Die Reaktionen sind harsch – bis hinauf zum Bundesrat. Seltsam nur, dass kaum jemand nach dem Lernvermögen der Kinder fragt. Ein Zwischenruf. Von Carl Bossard

Die Quotierung des „Ausländeranteils“ in Schulklassen – a never ending story.

Wir haben uns alle daran gewöhnen müssen: alle Jahre wieder wird eine uralte bildungspolitische Idee, längst bis zur Unkenntlichkeit diskursiv ausgelutscht, wieder hervorgekramt und irgend jemand staunt darüber, weil er – in Unkenntnis der langen Vorgeschichte – tatsächlich zu glauben scheint, dass es eine neue Idee wäre. Von Rainer Dollase

Big Tech, der Datenschutz und mehr

Bewirken Trump und Musk den notwendigen Bewusstseinswandel? Beitrag von Harald Freiling und Stephan Schimmelpfennig, zuerst erschienen in Hessiche Lehrerzeitung (HLZ), Mitgliederzeitschrift der GEW Hessen, Heft 7-8/2025, Seite 6-7

Die Lehrpläne wachsen, die Lernleistung sinkt

Der Schweizer Lehrplan 21 definiert auf 470 Seiten insgesamt 363 Kompetenzen sowie 2304 Kompetenzstufen, die intensiv getestet werden. Und doch sinken die Lernleistungen. Die schweizerische Bildungspolitik muss aufwachen, findet Carl Bossard, in NZZ am Sonntag: Der externe Standpunkt, S. 23 (29.6.2025)

Beschluss der Zeugniskonferenz: Präsident des Lehrerverbandes Stefan Düll nicht versetzungsfähig

Die neue Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) hat das Schädigungspotential von Smartphones, Tablets und Social Media für Kinder und Jugendliche erkannt und lässt Regelungen für Verbote erarbeiten. Ausgerechnet der Präsident des Lehrerverbandes Stefan Düll protestiert dagegen mit einer unqualifizierten Erklärung. Das Bündnis für humane Bildung kritisiert in einer Stellungnahme diesen unqualifizierten Alleingang.

Isaac Asimov „Die Schule“ (1954)

Der russich-amerikanischer Wissenschaftler (Biochemie) und einer der bekanntesten Science-Fiction-Schriftsteller schrieb 1954 die Kurzgeschichte „Die Schule“ (engl. „The fun they had“). Diese Geschichte sollte man im Hinterkopf behalten, wenn Digit-Apologeten heute davon schwärmen, dass im Jahr 2036 (Fritz Breithaupt) oder sogar schon 2035 (Bill Gates) Lehrkräfte durch KI-Bots ersetzt würden.

Koalitionsvertrag: Ursachen der Bildungskatastrophe werden zu Lösungen gemacht

Der Koalitionsvertrag spricht Mängel der Bildungspolitik an, vermeidet es aber, das ganze Ausmaß der Bildungskatastrophe zu benennen. Das Bündnis für humane Bildung fordert daher sofortige Maßnahmen gegen die Bildungskatastrophe. Von Peter Hensinger und Ralf Lankau

Neuer Wein in alten Schläuchen

Am 19. März 2025 hat das Forum Bildung Digitalisierung (FBD) eine Werbebroschüre als „Impulspapier“ publiziert, in dem  15 vom Forum betreute Schüler:innen als „Generation Bildung Digitalisierung“ (GenBD) tituliert werden, die, betreut durch Mitarbeiter das Forum, „Handlungsempfehlungen für die Transformation von Schule“ formuliert hätten. Dazu ein Kommentar von Uwe Büsching und Ralf Lankau

Für jedes Kind eine Diagnose und ein Sondersetting

Die Schule wird zur Therapieanstalt. Die integrative Schule ist gescheitert. Es ist unverständlich, dass sie von einer Bildungselite weiterhin propagiert wird. Von Sebastian Briellmann, Redaktor NZZ (in: NZZ, 24. Februar 2025, S. 17)