MOOC & Co. oder: Das Lernen verlernen
Wer in der Presse über MOOC (Massive Open Online Courses: Lehrvideos und Begleitmaterial im Netz) liest, kann sich vor Superlativen kaum retten. „Ein digitaler Tsunami. The next big thing. Eine Revolution.“ …
Über die notwendige Besinnung auf das Erziehen und Unterrichten
Wer in der Presse über MOOC (Massive Open Online Courses: Lehrvideos und Begleitmaterial im Netz) liest, kann sich vor Superlativen kaum retten. „Ein digitaler Tsunami. The next big thing. Eine Revolution.“ …
Es ist erstaunlich, wer alles von der „vernetzten Welt“, vom globalen Dorf und dem grenzenlosen Austausch von Information spricht, immer weitere Vernetzungen fordert und gleichzeitig blind ist für das tatsächlich schon aufgespannte Netz, in dem wir zappeln. Ein Teilaspekt dieser Digital- und Netzeuphorie sowie deren Folgen betrifft schon jetzt die (Hoch)Schulen.
„Digitales Lernen“ war eines der Hauptthemen der diesjährigen Didacta im Februar in Köln. „Digitales Lernen“ ist der Titel eines Berliner Magazins. Wer recherchiert, wird weitere Beispiele für „digitales Lernen“ finden. Man muss einen Beitrag über „Digitales Lernen“ daher heute zwangsläufig mit einer Banalität beginnen: Kein Mensch lernt digital.
„Digitales Lernen“ war eines der Hauptthemen der Didacta im Februar in Köln. „Digitales Lernen“ ist der Titel eines Berliner Magazins und auch der Titel eines Gastbeitrags eines Karlsruher Kollegen dort. Wer recherchiert, wird weitere Beispiele für „digitales Lernen“ finden. Man muss einen Beitrag über „Digitales Lernen“ daher heute zwangsläufig mit einer Banalität beginnen: Kein Mensch lernt digital.
Die Frage nach der Struktur und Funktion von „Hochschulen“ kann man sinnvoll nicht isoliert betrachten ohne einen Blick auf Schulen. Der abschließend Blick nach vorn zeigt, was aus (Hoch)Schulen (wieder) werden könnten, wenn Lehrende und Studierende mutiger werden.
Die Einrichtung und Einsetzung von Hochschulräten war eine Forderung der Privatwirtschaft als Teil der Bologna–Reform, federführend initiiert und vorgetragen vom Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) der Bertelsmann–Stiftung und dem Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft.
Es ist schon ein seltsam‘ Ding mit der Bildung in Deutschland, der „Bildungsrepublik“. Auf der einen Seite kann man die jungen Menschen gar nicht früh genug auf „Leistung, Wissen und Exzellenz“ trimmen: Wettbewerb schon in der Kita, Fremdsprachen noch vor dem Beherrschen der Muttersprache, Förderprogramme bis in den Abend und regelmäßige Leistungstests. Auf der anderen Seite verweigert man Grundschulkindern das Lernen elementarer Kulturtechniken.
Einer Beilage der Süddeutschen Zeitung (Lernen, 10. November 2011) war zu entnehmen, dass es in Deutschland derzeit knapp 16.000 Studiengänge gäbe (15.892, um genau zu sein; über 9.000 Bachelor- , mehr als 6.500 Masterstudiengänge, Stand: Ende Oktober 2011). Oder mehr. (2025 sind es mehr als 21 Tausend …)
Internet und World Wide Web verändern alle Bereiche der Gesellschaft. Einen spannenden Beitrag mit drei Thesen zum Thema Bildung und den Verschiebungen bzw. Verwerfungen der Begriffsdefinitionen von Information, Wissen und Bildung steuert der Konstanzer Philosoph und Emeritus Jürgen Mittelstraß bei.
Google kauft die Humboldt-Universität (HU), die Universität der Künste Berlin (UdK), das Wissenschaftszentrum Berlin (WZB) und das Hans-Bredow-Institut Hamburg… Das stimmt so selbstverständlich nicht. Google gründet stattdessen ein An-Institut, das „Institut für Internet und Gesellschaft“ und finanziert es, gestreckt über drei Jahre, mit 4,5 Mio. Euro – einem Betrag, den Google in sechs Stunden erwirtschaftet.