
Stellungnahme Bündnis für humane Bildung zur Bestandsaufnahme der Expertenkommission „Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt“
Das Bündnis für humane Bildung fordert Bundesbildungsministerin Karin Prien in einer ausführlichen Stellungnahme auf, die Schlussfolgerungen des Gutachtens der Expertenkommission „Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt“ zu korrigieren.
Download Stellungnahme: Bündnis für humane Bildung (2026)_Stellungnahme_zur Bestandsaufnahme der Expertenkommission (PDF, 10 S.)
Das Bündnis kritisiert, dass das Gutachten zwar zahlreiche Risiken digitaler Medien für Kinder und Jugendliche zutreffend benenne, es bleibe bei den Schlussfolgerungen aber den Interessen von IT-, Plattform- und EdTech-Unternehmen verpflichtet, statt den Schutz von Kindern und Jugendlichen in den Mittelpunkt zu stellen. Das Gutachten gehe nicht davon aus, was Kinder brauchen, um gesund aufzuwachsen, ihre natürlichen Sinne auszubilden, sondern postuliere ohne Begründung, dass dafür die Nutzung digitaler Medien eine Voraussetzung sei.
Die in der Stellungnahme angesprochenen und kritisierten Punkte sind:
- Die Umdefinition von Kindern und Jugendlichen zu Erwachsenen
- Trojanisches Pferd „begleitende Medienpädagogik“
- Die Behauptung von positiven Potenzialen der Mediennutzung dient der Verharmlosung der Risiken
- Die Macht der Tech-Konzerne wird ausgeblendet
- Legitimation der „Digital-Only“-Gesellschaft und datengestützten Pädagogik
- Humane Pädagogik statt digitaler Dehumanisierung
„Die Ingenieure des Silicon Valley haben schon vor langer Zeit aufgehört, Computer zu programmieren, und sich stattdessen der Programmierung menschlichen Verhaltens zugewandt“ (Giuliano da Empoli (2025), Die Stunde der Raubritter, S. 76).
Während immer mehr Länder die Digitalisierung von Kita und Schule zurücknähmen, legitimiere das Gutachten die Nutzung digitaler Medien bereits ab dem Kindergarten. Die Schlussfolgerungen, die Grundlage für die im Sommer 2026 angekündigten Empfehlungen der Bundesregierung sind, müssten deshalb unter Beteiligung unabhängiger Wissenschaftler neu formuliert werden, fordert das Bündnis.
Download Stellungnahme: Bündnis für humane Bildung (2026)_Stellungnahme_zur Bestandsaufnahme der Expertenkommission (PDF, 10 S.)