Handyverbot an Frankreichs Gymnasien zum neuen Schuljahr

Der französische Präsident Emmanuel Macron hat ein entsprechendes Gesetz zum neuen Schuljahr in Kraft gesetzt. Das Handyverbot galt bereits für die Grund- und Mittelstufe und wird jetzt auch für die Gymnasien übernommen.

„Das Verbot von Handys in den Lycées ist vom Verfassungsrat bestätigt worden. Der Präsident der Republik hat daher entschieden, das vom Rat beanstandete Gesetz ohne die zensierten Artikel zu verkünden, um die bereits gebilligten Instrumente in einem stabilen Rechtsrahmen anwenden zu können. Anders gesagt: Das Verbot von Handys in den Lycées kann schon zum neuen Schuljahr greifen – gestützt auf einen gefestigten und klaren gesetzlichen Rahmen.“ (zit. n. Die Zeit vom 24.8.2026)

Überarbeitet werden muss das ursprünglich im gleichen Gesetzt verankerte Verbot von Social Media-Apps für Minderjährige. Der Verfassungsrat bemängelte den „unverhältnismäßigen Eingriff“ in die Meinungs- und Kommunikationsfreiheit von Volljährigen durch generelle Verbote und den Zwang zum verpflichtenden Altersnachweis. Der Rat fordert daher, die Regelungen zu Social Media nachzujustieren, da die bisherigen Formulierungen im Gesetz zu pauschal und nicht differenziert genug ausformuliert seien.

„Der Schutz von Kindern kann Einschränkungen rechtfertigen. Ein allgemeines Verbot aber muss die konkreten Risiken der einzelnen Dienste berücksichtigen, die unterschiedliche Reife der Minderjährigen beachten, die Rechte der Eltern wahren und die Privatsphäre sämtlicher Nutzer schützen.“ (telepolis, 17.8.2026)

Das verdeutlicht einmal mehr, daß in Politik und Justiz mittlerweile generelle Einigkeit über die Notwendigkeit für altersabhängige Zugangsbeschränkungen und die Regulierung solcher Dienste und Plattformen besteht. Zugleich muss die Regulierung sowohl juristisch wie (medien) pädagogisch und technisch differenziert erfolgen.

So, wie Australien als Vorreiter des Social Media-Verbots für Minderjährige bei Bedarf nachjustiert, werden Legislative und Judikative daher in allen Ländern bei neuen  Angeboten und Diensten ständig nachjustieren müssen. Es bleibt ein „Katz- und -Maus-Spiel“, da die Tech-Konzerne jede nur erdenkliche (Gesetzes)Lücke nutzen, um Kinder und Jugendliche über ihre Online-Dienste zu erreichen. Entscheidend ist, überhaupt die ersten Schritte zu tun und die Tech-Monopole (wie die Eltern) für den Schutz von Kindern und Jugendlichen in die Pflicht zu nehmen.

Frankreich ist dafür in Europa einmal mehr Vorbild.

 


Die Zeit (24.8.2026):
Handyverbot an Schulen: Frankreichs Präsident setzt Handyverbot für Oberstufenschüler in Kraft

An Frankreichs Schulen gilt nun in allen Jahrgängen ein Handyverbot – von Grundschule bis Oberstufe. Das Verbot sei zum Schutz der Kinder, sagt Präsident Emmanuel Macron.

Frankfurter Rundschau /FR (25.8.2026)
Macron greift durch: Handyverbot an Frankreichs Gymnasien kommt schon zum neuen Schuljahr

telepolis (17.8.2026)
Frankreich stoppt Social-Media-Verbot: Wo der Jugendschutz an Grenzen stößt
Der Verfassungsrat erkennt die Gefahren sozialer Netzwerke an – verwirft dennoch das Verbot für Unter-15-Jährige.

Tagesschau (21.7.2026)
Als erstes EU-Land: Frankreich verbietet Social Media für unter 15-Jährige
Frankreich führt als erstes EU-Land ein Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren ein. Nach dem französischen Senat stimmte auch die Nationalversammlung mit großer Mehrheit für das Gesetz.