Stellungnahme der Wissenschaftlichen Fachgesellschaft und Verbänden der Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie
Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie e. V. – DGKJP hat im Februar 2026 eine Stellungnahme zu Nutzung digitaler Medien und psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen herausgegeben.
Die Digitalisierung biete viele Möglichkeiten, aber kommerziell motivierte digitale Angebote würden bedeutsame Risiken für Kinder und Jugendliche bergen. Nach der UN-Kinderschutzrechtskonvention haben
Minderjährige hätten ein Recht auf Entwicklung, Gesundheit, Schutz vor Gewalt und Missbrauch, Privatsphäre, (valide) Informationen und (balancierte) Teilhabe. Neben Maßnahmen zur Teilhabe und Befähigung sollte dieser Schutzgedanke bei allen aktuellen Debatten berücksichtigt werden. Die Empfehlungen der Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie,Psychosomatik und Psychotherapie e. V. – DGKJP:
Empfehlungen
Im Alter von 0 bis 3 Jahren:
- keine digitalen Medien
- Aufkleber auf digitalen Geräten: “Nicht geeignet für Kinder von 0 – 3 Jahren!“
- medienfreie öffentliche Zonen
Im Alter von 4 bis 5 Jahren:
- maximal 30 Minuten tägliche Medienzeit über alle Lebensbereiche
- Nutzung digitaler Medien klar begrenzt, strukturiert und gemeinsam
Im gesamten Altersbereich von 0 bis 5 Jahren:
- Erfassung der Mediennutzung in allen Vorsorgeuntersuchungen inklusive geschulterKurzberatung
- frühpädagogische Qualitätsstandards, verbindliche Medienkonzepte und Evaluationspflicht in Kitas
Im Alter von 6 bis 18 Jahren:
- konsequente Umsetzung des Kinder- und Jugendschutzes durch die Anbieter digitalerMedien entsprechend des Digital Services Act (DSA)
- Altersgrenzen für Smartphones und bild- und videoorientierte, auf Algorithmenbasierende Soziale Medien, Messenger, Online-Videospiele und Videoportale mit externer Kontaktmöglichkeit und nicht-supervidierte Generative-KI-Chatbots inklusive wirksamer Altersverifikation (keine Butzung vor 14, beschränkte Nutzung vor 16, danach freie Nutzung)
- Begrenzung digitaler Spiele gemäß USK einschließlich wirksamer Altersverifikation inklusive Einrichtung einer unabhängigen staatlichen Bewertungsstelle
- Verbot manipulativer Designmechaniken in Angeboten für Kinder und Jugendliche
- Elternbildung in digitaler Erziehung und Selbstwirksamkeitserleben (Empowerment)
- übergeordnete Stärkung der Früherkennung psychischer Belastungen und Störungen
- schul- und bundeslandübergreifend standardisierte Medienkompetenzunterrichtsangebote ab der Grundschule
- gezielte Nutzung digitaler Medien zu akademischen Zwecken bei gleichzeitigem Verbot privater Smartphones in der Schule
- Training von Selbstregulation und Sozialkompetenz als Resilienzfaktoren
- Breite Förderung der analogen Freizeitgestaltung für Kinder
- Forschungsförderung und Stärkung evidenzbasierter präventiver Maßnahmen
- Begleitforschung zu regulatorischen Maßnahmen, damit diese bei Bedarf angepasst werden können
Zur detaillierten Begründung der Empfehlungen vgl. die Grundlage der Stellungnahme als PDF-Download:
Nutzung digitaler Medien und psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen
Korrespondenzadresse:
Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie,
Psychosomatik und Psychotherapie e. V. – DGKJP
(federführende Fachgesellschaft)
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