… und liefert auch gleich das Unterrichtsmaterial
Wer wissen will, wie ungeniert Wirtschaftsunternehmen Einfluss nehmen auf Bildungseinrichtungen weltweit, sollte einen Blick auf die Lobbyarbeit der OECD werfen. Diese Wirtschaftsorganisation bestimmt zunehmend, was unterrichtet wird, weil es in den von ihnen inszenierten PISA-Tests abgeprüft wird. Dazu gehört ab 2029 die sogenannte „Künstliche Intelligenz“ (KI), obwohl sich schon heute in immer mehr Studien zeigt, dass KI in Schulen mehr schadet als nutzt.
Der Beitrag (9 Seiten mit Quellen und Links): OECD bestimmt Unterrichtsinhalte zu KI …
Die OECD als Taktgeber für nicht-curriculare Prüfungsinhalte
Die OECD (Organisation for Economic Cooperation and Development; dt.: Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) plant, im Jahr 2029 im Rahmen der PISA-Testreihe erstmals KI-Kompetenzen abzufragen. PISA steht für „Programme for International Student Assessment“ (dt.: ‚Programm zur internationalen Schülerbewertung). Getestet wird aber nicht, was Lehrkräfte laut Bildungsplan unterrichten, sondern was Wirtschaftsvertreter für relevant halten. „Wir fragen also kein Wissen ab. Wir untersuchen, ob die Jugendlichen die Fähigkeit haben, in der heutigen Lebens- und Berufswelt zurecht zu kommen“ referiert Prof. Samuel Greiff zu den PISA-Tests. (TU München; TUM 2026)
Das ist eine typisch ökonomische und rein zweckgebundene (utilitaristische) Sicht auf Schule und Unterricht. In Bildungseinrichtungen wird in Klausuren und Tests normalerweise geprüft, was zuvor laut Lehrplan vermittelt wurde, bei PISA nicht. Die„PISA-Macher“ weisen denn auch selbst darauf hin, dass aus den „Ergebnissen“ keinerlei kausale Zusammenhänge über Lerninhalte und Fachwissen, die Qualität des Unterrichts oder Lernleistungen in Relation zu unterschiedlichen Schulsystemen gemacht werden könnten. Zu unterschiedlich sind die Bildungssysteme und der Stellenwert von Bildung in den teilnehmenden Ländern. Selbst Ergebnisse von Schulen auch nur einer Stadt variieren derart stark, dass das statistische Mittel – und damit die publizierten Rankings – aussagefrei sind.
(Zur Kritik an den PISA-Tests siehe die Links am Ende des Beitrags.)
Um schulisches Wissen und Inhalte geht es auch nicht. Für die OECD sind junge Menschen keine sich entwickelnde Persönlichkeiten, sondern Objekte der ökonomischen Verwertungskette, sprich: Humankapital. Die Frage ist, ob die „Ressource Mensch“ effektiv in Unternehmen einsetzen lässt. Dafür wurden seit dem Jahr 2000 im drei-, seit 2018 im vierjährigen Rhythmus in 38 Mitglieds- und Partnerstaaten der OECD die PISA-Tests durchgeführt und ab 2029 um Fragen zu KI ergänzt.
Vorbereitung auf PISA 2029
Was in Schulen abgeprüft werden soll, wird in der Regel zuvor vermittelt. Wer im OECD-Ranking ab 2029 gut abschneiden will, muss die Prüfungsinhalte nach den Vorgaben der OECD ausrichten. Diese weltweit publizierten Länder-Rankings sind der Grund, warum willfährige Bildungsministerien, Schulträger und Kollegien das (aus pädagogischer Sicht vollständig kontraproduktive) „teaching to the test“ praktizieren. Richtig daran ist, dass man Dinge, die man übt, meist besser kann. Falsch daran ist, dass diese Form der Lernbulimie dazu führt, dass man nach dem Test oft wenig oder gar nichts mehr von den Inhalten weiß.
Der Sinn des Lernens als Teil der Persönlichkeitsentwicklung und Basis für die eigene Handlungs- und Entscheidungsfreiheit wird durch die Testindustrie auf das möglichst korrekte Lösen von Testfragen externer Prüfer reduziert und dadurch pervertiert.
Verkündet wird diese Verkehrung des Lernziels – aus Lernen als Emanzipationsprozess wird Lernen für die sinnfreie Testerei und Rankings – von den Organisatoren offensiv: „Wenn man 2029 KI-Kompetenz abfragen möchte, sollte man sich auch mit der Frage auseinandersetzen, was wir dafür tun können, dass die Ergebnisse möglichst gut sind“ erklärt Florian Rampelt. (heise 2026a)
Florian Rampelt leitet im Stifterverband den Programmbereich „Future Skills & KI“ und ist Geschäftsstellenleiter des KI-Campus. Der KI-Campus wiederum ist eine Lernplattform für Künstliche Intelligenz mit derzeit neun Konsortialpartnern (Stifterverband, Charité, DFKI, DHBW, FernUniversität in Hagen, HU Berlin, Hasso-Plattner-Institut, mmb Institut, Neocosmo) und wird als Projekt durch die Dieter Schwarz Stiftung gefördert, die in Heilbron einen KI-Campus aufbaut.
Das veröffentlichte Konzepte „AI Literacy Framework“

Das veröffentlichte Konzepte „AI Literacy Framework“ adressiert dabei gleich alle an Schule und Unterricht Beteiligten, gibt die Ziele vor und liefert die passenden Inhalte samt Methoden und Lernszenarien.

„Dieses Rahmenwerk richtet sich an Lehrkräfte, Führungskräfte im Bildungswesen, politische Entscheidungsträger im Bildungsbereich, Lernentwickler und Eltern. Es beschreibt Kompetenzen und Lernszenarien, die als Grundlage für Lernmaterialien, Standards und systemweite Initiativen im Primar- und Sekundarschulbereich dienen sollen.“
Man muss sich als für Bildung Verantwortlicher oder Lehrender keine Gedanken mehr machen über Inhalte, Methoden und Unterrichtsmaterial: nur noch downloaden oder online die Übungen durcharbeiten. Das ist praktisch, wenn auch fremdbestimmt, was aber nicht nur die immer zahlreicher unterrichtenden Quereinsteiger nicht stört. Unter den Label OER (Open Educational Resources) bieten immer mehr Wirtschaftsunternehmen kostenlos Material an, um ihre Position und Werte in die Schulen zu bringen.
Kompetenzorientierung und Prüfungsraster
Wie bei Modellen der Kompetenzorientierung üblich – Kompetenzorientierung (KO) steht als Synonym für eine vermeintlich mögliche Automatisierung und Mechanisierung, Funktionalisierung und Instrumentalisierung des Lernens und reduziert Lerninhalte an eine utilitaristische Zweckbindung – wird mit Kompetenzrastern und -stufen gearbeitet, die separat vermittelt und ebenfalls automatisiert geprüft werden können.
Durch Kompetenzstufen und -raster werden Lerninhalte in lauter kleine Bausteine separiert. Es ist wie beim „Malen nach Zahlen“: Feld für Feld ist mit der vorgegebenen Farbe auszufüllen. Aus einem an sich kreativen und ergebnisoffenen Prozess (freies Malen) wird eine Auftragserfüllung, bei dem Material, Weg und Ziel vorgegeben sind. Das korrekte Ausfüllen der nummerierten Felder wiederum kann automatisiert durch digitale Systeme abgeprüft werden.
Die Kompetenzorientierung ist die methodische Ebene, digitale Prüfsysteme sind die technische Komponente der Zurichtung junger Menschen zu „Funktionserfüllern“. Damit diese Zurichtung möglichst normgerecht erfolgt, stellt die OECD den staatlichen Bildungseinrichtungen die notwendigen Unterrichtsmaterialien zur Verfügung – ohne die sonst übliche Diskussion oder Mitspracherecht über die Inhalte durch Kultusministerien.
Definiert sind im AI Literacy Framework vier Bereiche mit jeweils drei „Progressionsstufen“ (grundlegend, fortgeschritten, vertieft):
- Mit KI bewusst umgehen (Engage with AI)
- KI kreativ anwenden (Create with AI)
- KI gezielt einsetzen (Manage AI)
- KI aktiv mitgestalten. (Shape AI)
„Unser Ziel ist, schrittweise für die unterschiedlichen Kompetenzbereiche Online-Kurse und Bildungsmaterialien zur Verfügung zu stellen, die dann auch im Unterricht genutzt werden können“ (Rampelt, zit. n. heise.de)
Das Framework wurde nach der Veröffentlichung in die KI-Verordnung der Europäischen Union aufgenommen und dient damit offiziell als Orientierungsrahmen für alle Organisationen und Unternehmen in Europa, die KI-Systeme nutzen. Das nennt man erfolgreiche Lobbyarbeit von Wirtschaftsverbänden und zeigt einmal mehr, wer die Vorgaben für die Curricula (zumindest mit-)bestimmt.
Eindimensionale Perspektive
Wie eindimensional und selbstbezogen Interessenverbände und beteiligte Wissenschaftler/innen agieren, zeigen Initiativen wie #Odigs, die „Offensive Digitale Schultransformation“ der Gesellschaft für Informatik (GI) von 2019, bei der alles durch die digitale Brille betrachtet wurde. (Lankau, 2023) Christoph Meinel und Kollegen forderten 2024 gleich ein allumfassendes und integrativen Schulfach „Digitale Welt“.Selbst die Sprache wird dabei eindimensional (und sachlich falsch). Allem wird ein „digital“ vorangestellt: digitaler Bildung, digitaler Transformation der Bildungseinrichtungen, digitaler Bildungspolitik, digitaler Welt etc.
Nur: Kein Mensch lernt oder lebt digital. Wir lernen und leben real, nicht digital, nutzen analoge und digitale Medien. Gelernt wird gerade in jungen Jahren explizit physisch (wir lernen durch „begreifen“) und wir lernen kognitiv-psychisch und (hoffentlich) im sozialen Miteinander. Bildungseinrichtungen sind genau so wenig digital wie unsere „Welt“, es sind reale Räume. Digital transformiert werden mediale Inhalte und Übertragungsprozesse, nicht Bildungseinrichtungen. Wir nutzen digitale Medien und Infrastrukturen, kommunizieren über digitale Kanäle, aber vor dem Bildschirm sitzt ein physisch realer Mensch und kommuniziert (leider immer seltener) mit anderen physischen Menschen . Selbst die Geräte sind weiterhin physische Objekte in der realen Welt etc.
Hier zeigt sich eines der Grundprobleme der Debatte zu IT und KI: Wer nicht einmal die Semantik (Bedeutungsebene) der eigenen Sprache beherrscht, sondern für eigene Zwecke und Ziele instrumentalisiert, kann nicht mehr sachlich argumentieren, sondern muss polemisch agitieren.
Korrekte Sprache als Bedingungen für Lernprozesse und virtuelle Welten
Wer nicht aus de IT- oder KI-Fraktion kommt stellt fest: Die informatische Brille der Fachkollegen verstellt den Blick auf die Realität in Schulen. Um „informatisch“ zu denken (engl: computational thinking) muss man erst einmal logisch denken lernen. Logik ist eine philosophische Disziplin. Man muss die Ebenen der eigenen Sprache beherrschen (Syntax, Grammatik und Semantik). Denn auch Programmiersprachen sind Sprachen mit je eigener Syntax und Grammatik, bevor sie in „Computersprache“ (für Rechner lesbare Anweisungen) übersetzt (compiliert) wird. Wer mit KI-Bots qualifiziert und effektiv „prompten“ will, muss möglichst exakte Sprachanweisungen an Bots verfassen. Dafür muss man logisch und strukturiert denken können, um präzise und widerspruchsfrei zu formulieren.
Laut IQ-Bildungstrends erreichen aber immer weniger Kinder nach vier Grundschuljahren die Mindeststandards für Lesen, Schreiben, Rechnen und Zuhören. Selbst die (überaus digitalaffine) „Ständige Wissenschaftliche Kommission der Kultusministerkonferenz“ (SWK) empfiehlt (zumindest 2022, nach Publikation der letzten IQB-Ergebnisse für Grundschulen), die „Konzentration auf basale Kompetenzen in der Grundschule“ zu legen. Aber genau diese Grundschüler sollen nach OECD-Vorgaben „kompetent“ gemacht werden für den Umgang mit Technologien, die selbst die meisten Erwachsenen überfordern?
KI außer Kontrolle
Um es deutlich zu formulieren: KI-Technologien sind seit mehr als 70 Jahren ein überaus mächtiges Werkzeug in der produzierenden Industrie, in der Wirtschaft und Wissenschaft. Aber die Komplexität dieser Techniken und die damit verbundenen kommerziellen Interessen der Tech-Konzerne erzwingen eine kritische Distanz, zumal seit November 2022 mit der generativen KI (genAI) ein Werkzeug publiziert wurde, das massiv in alle Lebensbereiche hineinwirkt.
Aus diesem Grund haben im Frühjahr 2023 mehr als 33 Tausend Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ein Moratorium zu KI gefordert, um staatliche Reglementierungen und Grenzen für den Einsatz dieser Technologien zu beschließen (Open Letter, 2023). Diese Techniken seinen so mächtig, dass sie ohne staatliche und ethische Regularien maximale Schäden in demokratischen Gesellschaften anrichten könnten:
„Sollten wir zulassen, dass Maschinen unsere Informationskanäle mit Propaganda und Unwahrheiten überfluten? Sollten wir alle Arbeitsplätze automatisieren, auch die sinnstiftenden? Sollten wir nicht-menschliche Intelligenzen entwickeln, die uns schließlich zahlenmäßig übertreffen, überlisten, überflüssig machen und ersetzen könnten? Sollten wir den Verlust der Kontrolle über unsere Zivilisation riskieren? Solche Entscheidungen dürfen nicht an ungewählte Führungskräfte aus der Technologiebranche delegiert werden.“ (Open Letter, 2023)
Man muss ergänzen: Solche Entscheidungen darf man auch nicht an Wirtschaftsverbände delegieren, die nur den eigenen Profit zum Ziel haben, wie man am Wettstreit (und den wechselseitigen Klagen) zwischen Open AI (Sam Altman), Grok (Elon Musk) sieht. „The Business of business is business“ wird als Zitat Milton Friedman (Chicago Scholl of Economics“ zugeschrieben „It’s the economy, stupid“ verkürzte der ehemalige US-Präsident Bill Clinton das Mantra der Marktradikalen, das heute als Handlungsmaxime der Tech-Monarchen aus dem Silicon Valley gilt.
Selbst der verstorbene Papst Franziskus und der amtierende Papst Leo XIV. haben sich wiederholt und explizit zu den Gefahren für die Würde und Freiheit des Menschen durch KI geäußert, Papst Leo XIV. hat mit seiner erster Enzyklika „Magnifica humanitas. Über die Bewahrung des Menschen im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz“ einen der reflektiertesten Texte über die möglichen Folgen von KI für den Einzelnen wie die Gesellschaft publiziert. (Siehe Papst Franziskus, 2024; Papst Leo 2026; Büsch, 2026)
Die Tech-Konzerne machen derweil ungeniert weiter in ihrem Machtkampf um die Vorherrschaft, überbieten sich mit immer aufwendigeren, leistungsstärkeren Versionen – und Schreckensmeldungen welches System sich jetzt wieder „selbständig gemacht“ und z.B. fremde Seiten gehackt habe (eine Imagekampagne, welcher Bot schon autonom agiere …). Sie planen und bauen immer noch mehr Rechenzentren, verbrauchen immer mehr Strom und Wasser und entwickeln einen derart dramatischen Ressourcenhunger, dass selbst in den digitaleuphorischen USA Bürgerinitiative gegen neue Ansiedlungen der Tech-Konzerne protestieren, weil ihre Lebensgrundlagen und ihre Umwelt zerstört werden. Ein Moratorium gab es bislang nicht, er EU AI Act wird, kaum beschlossen, aus Angst vor der US-Administration wieder abgeschwächt.-
Blinde Flecken
Ausgeblendet wird die Frage, ob es überhaupt sinnvoll und zu verantworten ist, KI-Tools bereist in der Grundschule einzusetzen. Die Antwort ist: Nein.
Eine unregulierte KI-Wirtschaft und der Einsatz ihrer Tools in KiTa und Schule schadet Kindern und Jugendlichen massiv und erweitern lediglich das Spektrum der entwicklungsschädigenden digitalen Medien. Smartphones und kommerzielle, sozial nur genannte Anwendungen (Social Media) haben ausweislich zahlreicher Studien zu massiven körperlichen, psychischen und sozialen Schäden der Heranwachsenden geführt. Daher werden weltweit massive Einschränkungen dieser Dienste für Kinder und Jugendliche gefordert, zum Teil bis zum 18. Lebensjahr. Einige Länder haben bereits entsprechende Gesetze verabschiedet.
Wer jetzt KI für Schulen fordert statt den Zugang von Minderjährigen zu Smartphones und Social Media zu reglementiert, erweitert das Desaster der Abhängigkeit junger Menschen von digitalen Geräten und Diensten auf den kognitiven Bereich und leitet zur Selbstentmündigung an.
Fakt ist: Drei von vier Schülerinnen und Schüler der weiterführenden Schulen nutzen mittlerweile KI-Tools (Vodafone-Jugendstudie 2024) für die Suche nach Informationen, das Erstellen von Hausarbeiten oder ihre Hausaufgaben, obwohl die eigene kognitive Anstrengung zwingend notwendig wäre, um etwas zu lernen. Sie kommen zwar schnell zu Ergebnissen, sind aber in Prüfungen ohne diese Hilfsmittel hilflos. Die Studien zu dieser Form der Selbstentmündigung sind zahlreich und werden zwangsläufig mehr. Es ist wie beim Sport: Wer nur zuschaut, wie andere über den Platz flitzen oder über Hürden springen, wird dadurch nicht fit.
Wer Arbeiten delegiert, lernt selbst nicht. Im Gegenteil: Cognitive Offloading (das Auslagern des Denkens an Maschinen) führt zur „kognitiven Schuld“, die sich noch Jahre später bemerkbar macht, weil das Nichtlernen der Grundlagen auf Dauer in die Abhängigkeit der Tools zwingt.
Was mit dem „AI Literacy Framework“ jetzt veröffentlicht wurde, ist daher letztlich eine Anleitung zur Selbstentmündigung (AI nutzen) und Fremdentmündigung (Anleitung durch Lehrkräfte, wie Schüler/innen KI-Tools nutzen sollen).Vielleicht sollte man OECD daher eher übersetzen mit
„Organisation for Educational and Cognitive Desaster“: Organisation für Bildungs- und kognitive Katastrophen.
Einen bornierten Bildungsbegriff bescheinigte der Dirigent Kent Nagano denn auch schon vor mehr als 10 Jahren den Ländern, die ihr Bildungssystem am PISA-Diktat ausrichten. „Ein Land gelte als vorbildlich, wenn es beim normierten und normierenden Pisa-Test gut abschneide. Dadurch würden zugleich die Sprachen, die Künste und die klassische Musik unbedeutend. Das sei absurd und grundfalsch“. (Lankau, 2015) Vernünftig ist daher, an diesen Tests nicht teilzunehmen.
Aber in Deutschland muss KI schon in die Grundschule kommen, als „KI-Seepferdchen vielleicht, wie es die Expertenkommission „Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt“ formuliert haben – und nur Kopfschütteln ernten.
Siehe dazu: Bündnis für humane Bildung:
Bundesregierung muss Handlungsempfehlungen der Expertenkommission „Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt“ als ungenügend zurückweisen vom 23. Juni 2026
„Ein KI-Seepferdchen ist für mich nicht nur Zeitverschwendung, sondern sogar ein Vergehen an der Bildung der Kinder.“ Interview mit Prof. Dr. Klaus Zierer zu den Handlungsempfehlungen der Expertenkommission „Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt“ vom 10. Juli 2026.
Deutschland ist bekanntermaßen wenig kinderfreundlich und einmal mehr das Schlusslicht, wenn es darum geht, Kinder- und Jugendschutz vor der kommerziellen Ausbeutung durch international agierende Tech-Konzernen zu schützen, die sie mit immer mehr KI-Tools in die Selbstentmündigung führen.
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Literatur und Quellen
[Alle Webadressen (Links) wurden zuletzt am 13.8.2026 geprüft.]
AI Literacy Framework (2026, dt.) Lernende für das KI-Zeitalter befähigen. Ein KI-Kompetenzrahmen für die Primar- und Sekundarstufe
PDF: https://www.oecd.org/content/dam/oecd/en/publications/reports/2026/06/empowering-learners-for-the-age-of-ai_2f8315e7/65cd27d4-en.pdf
Büsch, Andreas (2026) Die Päpste und die KI
GI NRW (2020) Informatische Bildung gehört in die Grundschule. Stellungnahme der Gesellschaft für Informatik zum Lehrplanentwurf für das Fach Sachunterricht in der Grundschule in Nordrhein-Westfalen GI (e.V.) Fachgruppe Informatische Bildung Nordrhein-Westfalen; Ludger Humbert, Alexander Best, Daniel Losch, Johannes Pieper, 18. Dezember 2020;
Grünewald, Isabel (2026) KI-Update Deep-Dive: Wie Schulen KI-Kompetenz systematisch vermitteln können. Das AI Literacy Framework gibt Lehrkräften erstmals konkrete Lernszenarien zur KI-Vermittlung an die Hand – von der Grundschule bis zur Weiterbildung.
heise online (2026a) Endgültige Fassung veröffentlicht: Rahmenwerk für KI-Kompetenzen in Schulen. OECD und EU-Kommission haben ihr KI-Kompetenzrahmenwerk für Schulen finalisiert. Abhängig ist es vor allem von den KI-Kompetenzen in der Lehrerschaft
KI_Campus (2026) Materialien für den deutschsprachigen Raum;
Lankau, Ralf (2025) Humane Intelligenz und Autonomie statt Steuerung durch IT und KI : PDF: https://die-pädagogische-wende.de/wp-content/uploads/2024/11/
Lankau, Ralf (2023) Die ich rief, die Geister, werd ich nun nicht los … Lehrkunst, Digitalisierung und Virtualität oder: Über die Rückgewinnung der Autonomie über das eigene Denken und Handeln, in: Pädagogischen Rundschau, Jg. 77(2023), H. 6 , S. 751-768 (13.8.2026)
Lankau, Ralf (2015) Ein bornierter Bildungsbegriff – oder: Plädoyer für ganzheitliche Bildung (2MBS* vor (M)INT**)
Meinel, Christoph; Galbas, Michael; Dengel, Andreas; Wendlandt, Matthias (2024) Konzeption eines integrativen Schulfaches „Digitale Welt“ für hessische Schulen. Technische Berichte Nr. 160 des Hasso-Plattner-Instituts für Digital Engineering an der Universität Potsdam
OECD/European Commission (2026), Empowering Learners for the Age of AI: An AI Literacy Framework for Primary and Secondary Education, OECD Publishing, Paris, https://doi.org/10.1787/65cd27d4-en.
Open Letter (2023): Pause Giant AI Experiments: An Open Letter, publiziert am 22. März 2023 (26.5.2024).
Papst Franziskus (2024) Über KI (beim G7-Gipfel in Italien; Wortlaut, 14. Juni 2024); (20.6.2025)
Papst Leo XIII., Rerum Novarum (1891), Enzyklika (dt.); (28.5.2026)
Papst Leo XIV (2025) KNA: Papst Leo XIV. sieht KI als eine der größten Herausforderungen, 10.5.2025; (20.6.2025)
Papst Leo XIV (2026)Der Heilige Stuhl – Dikasterium für Kommunikation – Libreria Editrice Vaticana (2026): Enzyklika Magnifica humanitas des Heiligen Vaters Leo XIV. über die Bewahrung des Menschen im Zeitalter künstlicher Intelligenz (26.05.2026).
TUM (2026) Fünf Missverständnisse über die Bildungsstudie. PISA im Faktencheck. , TUM Magazin vom 30.7.2026;
Links zu Kritik an PISA
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Bölling, Rainer(2017) Zur Fragwürdigkeit des PISA-Rankings. Gesellschaft für Bildung und Wissen 2017; PDF: https://bildung-wissen.eu/wp-content/uploads/2017/11/B%C3%B6lling_PISA-Kritik.pdf
Brügelmann, Hans (2015) Vermessene Schulen – standardisierte Schüler: Zu Risiken und Nebenwirkungen von PISA, Hattie, VerA & Co. Beltz, Weinheim 2015
GEW (2020) 20 Jahre PISA: Sinn und Unsinn der PISA-Studie
Kompetenz, soziale Herkunft, Risikogruppe – seit 2001 geläufige Begriffe: Fast 20 Jahre liegt der erste Erhebungszeitraum des wohl bekanntesten internationalen Leistungsvergleichstests zurück. Die Kontroversen um den Sinn der PISA-Studien dauern an.
Ladenthin, Volker (2003) PISA – Recht und Grenzen einer globalen empirischen Studie. Eine bildungstheoretische Betrachtung. In: Vierteljahrsschrift für wissenschaftliche Pädagogik. Paderborn 79.2003, H. 3, S. 354–375. ISSN 0507-7230 (13.8.2026)
Jahnke, Thomas; Meyerhöfer, Wolfram (2007) Pisa & Co. Kritik eines Programms, 2. erweiterte Auf-lage, Verlag Franzbecker, Hildesheim, Berlin 2007
Klein, Hans-Peter (2024) PISA 2022: Deutschland auf dem Weg in die Bildungskatastrophe (13.8.2026)
Rindermann, Heiner (2006) Was messen internationale Schulleistungsstudien? Schulleistungen, Schülerfähigkeiten, kognitive Fähigkeiten, Wissen oder allgemeine Intelligenz? (PDF; 165 kB) In: Psychologische Rundschau. Göttingen 57, 2006, S. 69–86; PDF