Von Birgit Spies.
Der Sand knirschte unter den Füßen, die Sonne brannte auf dem Rücken, das Meer kam und ging im immer gleichen Rhythmus. Hier, im antiken Griechenland, ungefähr 300 Jahre v. Chr., dachte Aristarchos von Samos über den Lauf der Planeten und den Wechsel der Gezeiten nach. Die Sonne stellte er in den Mittelpunkt des Weltalls. Das heliozentrische Weltbild war geboren. Und bis heute sind die Griechen stolz auf diese Erkenntnis.
Sein Weltbild fand jedoch zumindest im mittelalterlichen Europa keine Anerkennung. Hier hing man der Theorie des Ptolemäus an, hatte dieser doch im 2. Jahrhundert n. Chr. die Erde in den Mittelpunkt des Universums gestellt. Das geozentrische Weltbild passte besser zum religiösen Verständnis der damaligen Zeit und wurde mit Macht und Gewalt verteidigt. 1600 bezahlte der italienische Mönch und Philosoph Giordano Bruno seine Überzeugung, dass die Erde nicht im Zentrum des Weltalls steht, mit dem Tod auf dem Scheiterhaufen. Verbunden mit diesem Weltbild wurde auch das Wissen der Naturmedizin durch die Inquisition unerbittlich bestraft. Meist waren es Frauen, die dann als Hexen ertränkt oder verbrannt wurden. So verschwand das Wissen nach und nach aus dem kollektiven Gedächtnis. Es brauchte schließlich einige Jahrhunderte, bis sich wieder durchsetzte, was man schon 2000 Jahre zuvor gewusst hatte.
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