Warum Bildschirme das Lernen beeinträchtigen. Ein zentraler Mechanismus

Von J.C. Horvath, University of Melbourne

Anfang des Jahres 2026 erklärte der Neurowissenschaftler Jared Cooney Horvath in einer schriftlichen Stellungnahme vor dem US-Senatsausschuss für Handel, Wissenschaft und Verkehr, dass die Gen Z (Generation Z) trotz ihres beispiellosen Zugangs zu Technologie kognitiv weniger leistungsfähig sei als frühere Generationen. Diese Generation sie die die erste in der modernen Geschichte, die in standardisierten Tests schlechter abschneide als die vorherige.

Daher haben wir die Zusmamenfassung, das Fazit sowie den Originaltext (Übersetzung Deepl) und den englischen Originaltext (Web und PDF) zum Nachlesen publiziert.

Schriftliche Stellungnahme

Dr. Jared Cooney Horvath, PhD, MEd; Neurowissenschaftler und Pädagoge vor dem Ausschuss für Handel, Wissenschaft und Verkehr des US-Senats (2026)

Zusammenfassung

In den letzten zwei Jahrzehnten ist die kognitive Entwicklung von Kindern in weiten Teilen der entwickelten Welt ins Stocken geraten und hat sich in vielen Bereichen sogar rückläufig entwickelt. Lese- und Schreibkompetenz, Rechenfertigkeiten, Aufmerksamkeitsfähigkeit und das abstrakte Denkvermögen haben trotz steigender Schulbesuchsquoten und erhöhter öffentlicher Investitionen abgenommen.

Eine wesentliche strukturelle Veränderung unterscheidet die heutigen Klassenzimmer von denen früherer Generationen: die rasante und weitgehend unregulierte Verbreitung von Bildungstechnologie (EdTech). Digitale Geräte nehmen mittlerweile einen erheblichen Teil der Unterrichtszeit, der Leistungsüberprüfung, der Hausaufgaben und der Aufmerksamkeit der Schüler ein.

Die vorliegenden Erkenntnisse (aus internationalen Leistungsvergleichen, groß angelegten wissenschaftlichen Studien und Metaanalysen) zeigen, dass eine vermehrte Bildschirmnutzung im Unterricht im Allgemeinen mit schlechteren Lernergebnissen einhergeht, nicht mit besseren. Unter ganz bestimmten Umständen (z. B. bei streng begrenzten adaptiven Übungen und Fördermaßnahmen) können digitale Tools den Erwerb oberflächlicher Fähigkeiten unterstützen, doch in den meisten akademischen Kernbereichen verlangsamen Bildschirme das Lernen, verringern die Tiefe des Verständnisses und schwächen die Merkfähigkeit.

Dies ist nicht in erster Linie eine Frage der Lehrerqualität, der Schülermotivation oder des Zugangs zu Geräten. Es spiegelt ein strukturelles Missverhältnis wider zwischen der Art und Weise, wie sich die menschliche Kognition entwickelt, und der Art und Weise, wie digitale Plattformen darauf ausgelegt sind, Aufmerksamkeit zu erregen, die Konzentration zu fragmentieren und den Aufgabenwechsel zu beschleunigen.

Auszug Part V

Warum Bildschirme das Lernen beeinträchtigen: Ein zentraler Mechanismus

Die menschlichen Aufmerksamkeitssysteme haben sich so entwickelt, dass sie die Konzentration jeweils auf eine einzige Aufgabe aufrechterhalten können. Das präfrontale Kontrollsystem kann konkurrierende Zielzustände nicht zuverlässig bewältigen, ohne dass dabei erhebliche Leistungskosten entstehen13. Wenn die Aufmerksamkeit wiederholt unterbrochen wird, ergeben sich drei vorhersehbare Nachteile:

  1. Zeitverlust durch den Aufwand beim Aufgabenwechsel.
  2. Höhere Fehlerquoten durch kognitive Interferenzen.
  3. Schwächere Gedächtnisbildung, da sich das Lernen von tiefer Kodierung hin zu gewohnheitsbasierter Verarbeitung verlagert.

Digitale Plattformen sind auf schnellen Wechsel, Neuheit und kontinuierliche Bindung ausgelegt. Selbst bei der Nutzung für akademische Aufgaben lösen sie dieselben Verhaltensmuster aus, die Studierende bei der Freizeitnutzung von Bildschirmen praktizieren: häufiges Nachsehen, schnelles Scrollen und Multitasking. Infolgedessen trainieren Bildschirme strukturell Aufmerksamkeitsgewohnheiten, die im Widerspruch zu nachhaltigem Lernen stehen. Dies ist keine Frage der Disziplin oder Willenskraft; es ist eine Folge wiederholter Konditionierung

Fazit

Hier geht es nicht darum, Technologie abzulehnen. Es geht vielmehr darum, Bildungsinstrumente an die tatsächlichen Lernprozesse des Menschen anzupassen. Es gibt Hinweise darauf, dass eine wahllose Ausweitung digitaler Medien die Lernumgebungen eher geschwächt als gestärkt hat12. Die Politik auf Bundesebene kann das Gleichgewicht wiederherstellen, indem sie wissenschaftliche Belege einfordert, die Entwicklungsbedürfnisse von Kindern schützt und sicherstellt, dass Innovationen dem Lernen dienen und nicht der Aufmerksamkeitsgewinnung. Unsere Verantwortung besteht nicht darin, die Bildschirmzeit zu maximieren, sondern die kognitiven Fähigkeiten und die langfristige Entfaltung der nächsten Generation zu fördern.


Written Testimony

Dr. Jared Cooney Horvath, PhD, MEd, Neuroscientist and Educator before the U.S. Senate Committee on Commerce, Science, and Transportation (2026)

Executive Summary

Over the past two decades, the cognitive development of children across much of the developed world has stalled and, in many domains, reversed. Literacy, numeracy, attention, and higher-order reasoning have declined despite increased school attendance and expanded public investment.
One major structural change distinguishes today’s classrooms from those of prior generations: the rapid and largely unregulated expansion of educational technology (EdTech). Digital devices now occupy a significant share of instructional time, assessment, homework, and student attention.

The available evidence (from international assessments, large-scale academic studies, and meta-analyses) shows that increased classroom screen exposure is generally associated with weaker learning outcomes, not stronger ones. In narrow circumstances (e.g., tightly constrained adaptive practice and remediation), digital tools can support surface-level skill acquisition, but in most core academic contexts screens slow learning, reduce depth of understanding, and weaken retention.

This is not primarily a question of teacher quality, student motivation, or access to devices. It reflects a structural mismatch between how human cognition develops and how digital platforms are engineered to capture attention, fragment focus, and accelerate task switching.
If federal policy continues to incentivize large-scale digital adoption without demanding independent efficacy evidence, privacy protections, and developmental safeguards, it risks compounding long-term educational and workforce harm.

Part 5

Why Screens Undermine Learning: A Core Mechanism

Human attention systems evolved to sustain focus on a single task at a time. The prefrontal
control system cannot reliably manage competing goal states without significant
performance costs13. When attention is repeatedly interrupted, three predictable costs
emerge:

  1. Time loss from task switching overhead14.
  2. Higher error rates from cognitive interference15.
  3. Weaker memory formation as learning shifts from deep encoding toward habit-based processing16.

Digital platforms are optimized for rapid switching, novelty, and continuous engagement capture. Even when used for academic tasks, they cue the same behavioral patterns students practice during recreational screen use: frequent checking, rapid scrolling, and multitasking.As a result, screens structurally train attentional habits that conflict with sustained learning. This is not a matter of discipline or willpower; it is a function of repeated conditioning

Conclusion

This is not a debate about rejecting technology. It is a question of aligning educational tools with how human learning actually works. Evidence indicates that indiscriminate digital expansion has weakened learning environments rather than strengthened them12. Federal policy can restore balance by demanding evidence, protecting children’s developmental needs, and ensuring that innovation serves learning rather than attention capture. Our responsibility is not to maximize screen exposure, but to maximize the cognitive capacity and long-term flourishing of the next generation