Die Diskussion über unsere Volksschule schwankt oft zwischen Schönreden und Schwarzmalen. Beides führt nicht weiter. Ein Gastbeitrag von Carl Bossard.
Das Wichtigste in Kürze
- Eine Gruppe von Bildungsfachleuten hat sich an die Schweizer Öffentlichkeit gewandt.
- Ziel ist es, das hohe Qualitätsniveau der Schweizer Schulen zurückzuholen.
- Gastautor Dr. phil. Carl Bossard ist Gründungsrektor der Pädagogischen Hochschule Zug.
Über unsere Schule werden heute zwei Geschichten erzählt. Die einen erklären sie zur Erfolgsgeschichte, die anderen sehen sie im freien Fall. Zwischen diesen beiden Erzählungen bleibt oft wenig Platz für das, was Pädagogik zuerst verlangt: Genau hinschauen. Ich glaube, wir brauchen weder Schönrednerei noch Untergangsrhetorik. Wir brauchen den Mut, Wirklichkeit wahrzunehmen. Denn Wirklichkeit ist widersprüchlich.
Ich kenne viele Lehrpersonen, die Tag für Tag mit grosser Hingabe unterrichten. Gerade deshalb schmerzt es mich, wenn ihre Arbeit durch Entwicklungen belastet wird, die dem Lernen wenig dienen. Das zeigen inzwischen auch nationale und internationale Studien.
Besonders das Lesen bereitet Sorgen. Wenn ein Viertel der Jugendlichen am Ende der obligatorischen Schulzeit Texte nicht mehr sicher versteht, geht es nicht um eine statistische Grösse. Es geht um junge Menschen, deren Welt kleiner wird.
Lesen öffnet die Welt
Lesen ist mehr als eine Kulturtechnik. Wer lesen kann, erschliesst sich die Welt. Wer Texte versteht, gewinnt ein Stück Freiheit. Wer nicht versteht, bleibt abhängig vom Urteil anderer – und verliert ein Stück Selbstbestimmung. Darum erstaunt mich eine Entwicklung, die ich seit Jahren beobachte: Immer neue Reformen versprechen bessere Schulen. Neue Programme kommen, neue Begriffe entstehen, neue Organisationsformen werden eingeführt.
Nur eine Frage wird erstaunlich selten gestellt: Verbessert das den Unterricht?
Der ganze Beitrag „Wendepunkt Bildung: Der Unterricht entscheidet“ vom 26.7.2026 in der online-Newsplattform Nau.ch (Schweiz)